Mechelroda wird erstmals 1319 in einer Urkunde des Herrn Berthold von Schauenforst für Kloster Oberweimar als Mechtylderode genannt, 1569 tritt bereits die Namensform Mechelroda auf. Sie bedeutet „Rodung der Mechthild“. Im Mittelalter gehört der Ort zum Bereich der Burg Weimar, doch ist grundherrlicher Besitz auch der von Schweinsberg (1328), der Marschälle von Tiefurt (1332), des Klosterts Oberweimar und im 16. Jh. der Familie von Meusebach nachweisbar. Im Ort befand sich ein Freihof, der „Gleichensche Hof“, der zur Herrschaft Blankenhain gehörte. Die Wirtschaft des Ortes wurde von Ackerbau und Viehzucht bestimmt. Neben einigen wenigen großbäuerlichen Betrieben herrschte mittel- und kleinbäuerlicher Besitz vor. Die bauliche Struktur von Mechelroda widerspiegelt noch recht deutlich seine ehemalige soziale Struktur, die eindeutig vom Rittergut, von den Kleinbauernhöfen und Tagelöhnerstellen geprägt gewesen ist. Vermutlich ist der Kern der Siedlung ein kleiner Weiler um den Gleichenchen Hof gewesen, der zur Herrschaft Blankenhain gehörte, während das Rittergut mit dem übrigen Dorf als Patrimonialgerichtsort dem Amt Weimar eingegliedert gewesen ist. Vermutlich erfolgte die Entwicklung zum Straßendorf in hochmittelalterlicher Zeit. In traditioneller Bauweise und in Giebelstellung zur Straße beleben heute zwei- und eingeschossige Wohngebäude das Dorfbild. Der Gasthof „Zum goldenen Einhorn“ erinnert mit seinem traditionsreichen Namen noch an die Zeit, als sich hier an der mittelalterlichen Kupferstraße ein Ausspannhof befand. Nördlich von Mechelroda lag das Dorf Weißkirchen. Es besaß eine 1333 erwähnte Pfarrei, die aber vor 1506 einging. 1514 wird die „wuste dorffschafft Weyssenkirchen“ genannt. Die einfache Rechteckkirche mit kleinem Dachreiter wurde 1707 als Nachfolger eines infolge Baufälligkeit abgebrochenen Vorgängerbaus errichtet. Erwähnenswert ist ein Grabstein von 1581, der die vordere Front des Altars bildet und ein dreijähriges Mädchen in zeitgenössischer Tracht darstellt. Der Taufstein vom ausgehenden 15. Jh. stammt möglicherweise aus der Kirche der Wüstung Weißenkirchen. Die Orgel wurde im 18. Jh. erbaut. Der Aussichtsturm auf dem Kötsch wurde 1909 errichtet. (aus: „Der Landkreis Weimar“, Band 3)